review: Schwesterherz – Kristina Ohlsson

Hej.

Ich habe gerade einen tollen Krimi von Kristina Ohlsson beendet und am 13.06.2017 erscheint schon der zweite Teil ‚Bruderlüge‘. Ein neuer schwedischer Ermittler, in einer Miniserie mit 2 Bänden. Und nach diesem grandiosen ersten Teil, brauche ich unbedingt auch den Zweiten!! Ich muss doch wissen, wie es weitergeht! ‚Schwesterherz‘ hat sich als unglaublich gutes Buch entpuppt und mich mit so einem spannenden Ende zurückgelassen. Das geht doch nicht 😀 Wer Lust auf ein Interview mit Kristina Ohlsson hat, kann HIER einmal vorbeischauen und wer beide oder ein Buch besitzt, kann auch bei Lovelybooks an der Tandem-Leserunde teilnehmen.

Am Tag, an dem diese Geschichte ihren Anfang nimmt, regnet es. Ein verzweifelter Mann stürmt ins Büro von Martin Benner und bittet den Anwalt, einen Fall zu übernehmen. Den seiner Schwester, einer fünffachen Serienmörderin, bekannt als Sara Texas. Allerdings gibt es einen Haken: Seine Schwester ist längst tot. Und niemand weiß, warum ihr kleiner Sohn seitdem verschwunden ist. Nur wenn dieser aussichtslose Fall erneut aufgerollt wird, kann das Kind gerettet werden. Benners Neugier ist geweckt, und er nimmt das Mandat an …

Das Buch beginnt damit, dass Protagonist Martin Benner mit einem Journalisten ein eher ungewöhnliches Interview führt. Seine Geschichte solle erzählt werden und zwar wahrheitsgemäß, weil sie so Klischee behaftet sei. Und da gebe ich ihm recht, dass ist diese Geschichte wirklich. Anfangs hat sich mir dieses Interview überhaupt nicht erschlossen. Zum Ende hin verstand ich es dann.

Ohlsson hat mit Martin Benner mal einen ganz anderen Protagonisten geschaffen: Kühl, verwegen und – sagen wir – egoistisch und untreu. Auf der anderen Seite aber auch aufopfernd und versteckt liebevoll. Martin durchlebt im Laufe der Geschichte eine unglaubliche Wandlung, das hat mir sehr gefallen, da diese Entwicklung spürbar war. Trotz seiner etwas eigenen Art, gefiel mir Benner. Es war mal etwas anderes und erfrischend. Auch Lucy gefiel mir. Sie war kein Dummerchen und keine Marionette, sie hatte ihren eigenen Kopf. Sie wirkte nicht wie ein Lahmer Sidekick, sondern fügte sich super in die Geschichte ein. Alle Nebencharaktere machten für mich Sinn und keiner reizte seinen Auftritt aus oder wirkte überflüssig. Gerade die amerikanischen Sheriffs wirkte – wie im TV – arrogant und bedrohlich.

Die Story fand ich klasse. Sehr verwirrend, aber durchdacht. Es machte richtig Spaß mitzufiebern und eigene Schlüsse zu ziehen. Zu Beginn war es so verworren, aber mit jedem Puzzleteil kamen neue Erkenntnisse dazu und machten die Geschichte eher spannender und warfen neue Fragen auf, als das sie welche lösten. Grandios! Stück für Stück kam man jedoch der Auflösung immer näher, ohne dass es übertrieben oder gar unrealistisch wirkte.

Mir gefiel ebenfalls der Mix aus europäisch-bekanntem und dem amerikanisch-unbekanntem Terrain. Die Korruptionen innerhalb mächtiger Organisationen und Menschen wie Boris! Das war übrigens mein Lieblingscharakter, herrlich. Die Stimmung war angespannt und rasant. Zwischendurch musste ich mal schmunzeln, da Martin gern mal einen lockeren Spruch auf den Lippen hatte, wenn er sauer war. Die Geschichte war nicht nur düster und hoffnungslos, sondern auch mal witzig – oft wohl eher aus Verzweiflung.

Für mich ein solides Buch, mit viel Spannung. logischen Ereignissen und darauf basierenden Ermittlungen. Leichter, flotter Schreibstil mit einem Hand zur unfreiwilligen Komik des Protagonisten und einer Menge Flüchen – aber das mag ich, ich fluche selbst sehr viel. Dieses Buch ist eins, das mir seit Langem wieder vollkommen gefallen hat, den Leser nur mit einem unverschämten Ende zurücklässt. Ein unverschämter Abbruch der Story, so ist man gezwungen den zweiten Teil zu lesen. Ich glaube niemand könnte mit diesem Ende leben 😀

1000%ige Leseempfehlung!! Ich fand es grandios.

Kristina Ohlsson – Schwesterherz – Limes Verlag – Broschiert – 14,99€ – 480 Seiten