review: It’s market day – Fabio Haebel

Hej,

eigentlich bin ich kein großer Kochbuch-Fan. Meist sind die Rezepte zu aufwändig oder es werden Zutaten benötigt die kein Mensch zuhause hat und nicht mal der lokale Supermarkt hergibt (sorry Jamie, ich liebe dein Kochbuch, aber deine Zutatenlisten sind für’n Arsch) – aber in dieses Buch war ich auf Anhieb verliebt. Dank Vorablesen hatte ich mal wieder das Glück, ein Kochbuch lieben zu lernen – ‚Lieblingsdesserts‘ und ‚Skandinavisch backen‘ hat Vorablesen meinem Herz auch näher gebracht.

Erstmal hat dieses Buch ein traumhaftes Cover – sorry Fabio, dass liegt nicht an dir, obwohl sehr nette Tattoos – sondern an den Farben und dem Lettering. Das Buch kommt nämlich mit einem total toll geletterten Titel (schreibt man das so?!) daher. Ich bin ja privat auch voll im Lettering-Fieber dank der guten Frau Hölle (das Buch dazu folgt in Kürze). Und dann ist das Buch auch noch in so tollen Farben gehalten: ein dunkles blau mit roségoldenem Titel – Hallo?! Wie geil ist das denn? Traumhaft! 🙂

Aber genug von den Äußerlichkeiten, wollen wir mal zum Charakter kommen: dem Innenleben. In dem Buch geht es um die ‚angesagtesten Märkte Europas‘ und dem Thema ‚frisch auf den Tisch‘. Quasi von der Tasche auf den Teller oder wie wir sagen: Vom Jute inne Schute! 😀 Fabio nimmt den Leser auf 8 verschiedene Märkte in ganz Europa mit.
Jeder Markt bekommt ein eigenes Kapitel. Eingeleitet wird jedes Kapitel mit einem ‚7 Dinge, die man über den … wissen muss‘. Dazu folgt eine ausführliche Beschreibung des jeweiligen Marktes und dessen Besonderheiten, plus einem Portrait einer Person, die Fabio Haebel dort kennt oder kennengelernt hat, die einem den Markt näher bringt. Jedes Kapitel bietet markt- und vor allem stadttypische Rezepte. Und da ist wirklich alles dabei: Vor- und Nachspeisen, Hauptgerichte, kleines für Zwischendurch – durch die Bank weg. Besonders klasse finde ich, dass die Rezepte wirklich kurz und knackig gehalten sind. Man sieht auf einen Blick, was für einen Schwierigkeitsgrad das Gericht hat, für wie viele Personen es ausgelegt ist und ob es sich um ein vegetarisches, veganes, fleischhaltiges oder alkoholhaltiges Rezept handelt.

Dieses Buch ist nicht nur eine hübsch fotografierte, lieblose Aneinanderreihung von Rezepten, dieses Buch hat Flair und Atmosphäre. Die Bilder und die Märkte wirken lebendig, man hört die Umgebung, man riecht die Düfte. Fabio Haebel hat nicht einfach nur Rezepte aufgeschrieben, er nimmt den Leser mit auf den Markt. Ein klasse Buch mit vielen leichten und leckeren Rezepten – vor allen Fabios-Bananen-Schmarrn hat es mir angetan. Eine super Resteverwertung für überreife Bananen, da außer Erdnussbutter, Bananen, Butter und Eiern nichts dafür benötigt wird 🙂 Traumhaft!

Alleine schon wegen der tollen Bilder, ist das Buch den Kauf wert. Die vielen schnell erklärten Rezepte – kulinarisch bunt gemischt – machen das Buch zu einem echten ‚Must have‘. 240 Seiten voller Essen und Lebensgefühl.

It’s market day – Fabio Haebel – Brandtstätter Verlag – Hardcover – 29,90 € – 240 Seiten

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review: Wildeule – Annette Wieners

Hej,

ich bin ja wieder im Krimi- und Thrillerfieber 🙂 Es ist einfach mein Genre, ich liebe diese Spannung, hach herrlich. Bei Vorablesen (ich bin ja wieder etwas aktiver unterwegs) habe ich dann die Leseprobe zu ‚Wildeule‘ gelesen und war gleich Feuer und Flamme. Natürlich wieder mal ein Buch, welches ich mitten in einer Reihe beginne. Natürlich kann man das Buch super völlig unabhängig lesen, aber ich bin ja ein Reihenkind. ‚Wildeule‘ gingen erst zwei Romane voran und zwar ‚Kaninchenherz‘ und ‚Fuchskind‘ (hach, wieder was für mich – Fuuuchs :D). Natürlich habe ich mir beide Bücher gleich bestellt, als ich merkte das mir die Protagonistin gefiel.

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Die ehemalige Kommissarin Gesine Cordes hat sich nach dem Tod ihres kleinen Sohnes aus ihrem alten Leben zurückgezogen. Erst in der Arbeit als Friedhofsgärtnerin findet sie Trost. Doch ihre geliebte Idylle wird jäh gestört, als während einer Beerdigung entdeckt wird, dass der Sarg nicht richtig geschlossen ist. Und nicht der erwartete Leichnam im Sarg liegt, sondern ein bekannter Bestattungsunternehmer – er wurde ermordet.

Gesine ermittelt undercover auf dem Friedhof. Bald gerät ausgerechnet ihr bester Freund, der Bestatter Hannes, unter Verdacht …

Ich finde den Schreibstil von Annette Wieners grandios. Am Anfang bin ich mit dem Buch nicht so richtig warm geworden, aber dann saß ich gestern im Bett und habe das Buch ab Seite 123 bis zum Schluss durchgesuchtet. Ja wohl, gesuchtet! Ich konnte nicht aufhören, die Seiten flogen nur so an mir vorbei. Lockerer Schreibstil und spannende Szenewechsel. Ich konnte gar nicht so schnell lesen, wie ich den Fortlauf der Geschichte wissen wollte.

Protagonistin des Buches ist Gesine Cordes und ich habe sie noch immer nicht ganz durchschaut. Sie ist sehr unnahbar. Aber sie ist eine lebensfrohe und sehr clevere Frau. Ich mag ihre Kombinationsgabe und auch ihren Hang zum Impulsiven und Absurdem. Dennoch wurde ich mit ihr nicht so warm, wie mit anderen Protagonisten aus anderen Büchern. Ich weiß nicht, woran das lag. Vielleicht daran, dass sie nicht nur zu den Charakteren im Buch, sondern auch zu dem Leser immer auf Abstand blieb. Es fehlte eine persönliche Note und das ist auch ein kleiner Minuspunkt an dem Buch.
Besonders klasse fand ich Marina Olbert, die leitende Ermittlerin und ihre Beziehung zu Gesine Cordes. Zwei Dickköpfe! Zum Schreien komisch.
Ein bisschen merkwürdig fand ich Gesines besten Freund, den Bestatter Hannes. Im Laufe des Buches hat er so einige Blitzideen, bei denen ich mir dachte ‚gehts noch‘?! Er wirkte von seinem Verhalten oft wie ein trotziges Kind, das hat mich unglaublich gestört. Sehr nervig.

Die Atmosphäre des Buches war sehr stimmig. Trotz des Mordfalles ging das Leben wie gewohnt weiter. Gesine ermittelte, während die Dorfbevölkerung auf der einen Seite erschüttert und auf der anderen Seite gleichgültig war. Es war wieder mal ein kleiner Exkurs in die menschlichen Abgründe einer Welt voller Macht, Geld, Gier und Betrug. Alles Bestandteile, die in diesem Fall eine Rolle spielen. Das Witzige war, dass man dies in der idyllischen Atmosphäre des Buches gar nicht richtig spürte. Erst Gesine und Marinas Ermittlungen förderten so einiges zutage. Und das fand ich gar nicht so schlimm. Ich habe so viele Bücher gelesen, die in irgendwelchen Bonzenvierteln spielten – gar nicht mein Ding. Mir gefällt die ländliche Idylle und die Ruhe, die der Friedhof ausstrahlt. Das Buch scheint in einen ganz eigenen Zeitrhythmus zu haben. Vielleicht wurde ich deshalb nicht so schnell warm mit dem Buch, weil ich ein eher hektischer Mensch bin.

Der Verlauf der Geschichte war logisch und nachvollziehbar. Außer Hannes, der hat immer wieder quer geschossen. ‚Um Himmels Willen, Hannes!‘ Damit hat er natürlich den Verlauf und vor allem den Verdacht immer wieder in seine Richtung gelenkt, aber das war zu einfach und zu billig. Dachte ich zumindest. Ich habe mich von Annette Wieners durch das Buch führen lassen und ein, zwei falsche Abzweigungen genommen. Am Ende war ich sehr überrascht, als es zu Auflösung kam. Aber so muss das für mich sein. Spannend bis zur letzten Seite.

Die Cover finde ich grandios. Wie man weiß, bin ich ja eh kein Freund von Menschen auf dem Cover, ich habe lieber Landschaften oder ähnliches darauf. Das Cover des Buches wirkt ländliche und ein bisschen unheimlich.

Wildeule – Annette Wieners – List Verlag – Broschiert – 9,99 € – 352 Seiten 

for the little ones: Bloss nicht blinzeln! von Tom Booth

Hej,

ich bin auch im Bereich Kinderbücher endlich mal wieder fündig geworden. Ich war sofort verliebt in das niedliche Cover und den Titel. „Bloss nicht blinzeln!“ von Tom Booth aus dem cbj-Verlag animiert seine Leser auf ganz besondere Art und Weise zum Mitmachen.

Wer zuerst blinzelt, hat verloren! Schon mal das Blinzelspiel gegen einen Elefanten gespielt? Oder gegen einen Fuchs, ein Krokodil, einen Gorilla – oder gegen alle auf einmal? Nein? Dann wird es höchste Zeit herauszufinden, wer die Augen länger offen halten kann! Was auch immer du tust, eins darfst du auf keinen Fall: blinzeln!

Das Buch kommt mit sehr liebevollen und dezenten Illustrationen daher. Süße Tiere, die gemeinsam gegen den Leser um die Wette starren. Und das tun sie wirklich, denn der Leser wird von dem Mädchen auch direkt angesprochen. Und langsam kommen immer mehr Tiere dazu, die gegen den Leser ein Blinzelspiel spielen. Doch wer gewinnt am Ende?

 

Eine total süße Idee und wenn man nicht vorliest, dann klappt das Blinzelduell auch richtig gut und es ist nur eine Frage der Augen, wer dieses Spiel gewinnt oder verliert (oder der Lese- und Umblättergeschwindigkeit des Vorlesers).

Das Buch ist für Kinder ab 3 Jahren konzipiert. Ein Buch mit lustigem und vor allem, von der Länge für die Zielgruppe, passenden Inhalt – passend zur Zielgruppe. Ein Mitmach-Buch für Vorleser und Publikum. Süße Illustrationen und wenig Text, dieses Buch lässt viel Spielraum für Eigenregie. Super niedlich, vollkommen überzeugt!

Das Buch erscheint am Montag im cbj-Verlag 🙂

Tom Booth – Bloss nicht blinzeln! – cbj Verlag – Gebunden – 12,99 € – 48 Seiten

review: Projekt Orphan – Gregg Hurwitz

Hej,

ich habe bei vorablesen.de mal wieder eine Menge Glück gehabt. Nicht nur, dass ich ein paar Titel die mir gut gefielen auch zugesandt bekommen habe, sondern auch, dass so vieles Interessantes für mich dabei war. ‚Projekt Orphan‘ von Gregg Hurwitz fand ich in der Leseprobe sehr ansprechend, das Buch selbst hat mich dann im Hinblick auf meine Erwartungen ein bisschen enttäuscht.

1-855-2-NOWHERE – „Brauchst du meine Hilfe?“

Evan Smoak ist der „Nowhere Man“. Ein unter Verbrechern angstvoll geflüsterter Name, den manche für einen Spuk halten. Er kämpft für diejenigen, die keinen Ausweg mehr haben. Dies ist seine Art, sich seine Menschlichkeit zu erhalten, nachdem er jahrelang unter dem Decknamen „Orphan X“ im geheimen Auftrag der US-Regierung getötet hat. Während er einer Jugendlichen hilft, den Fängen eines Mädchenhändlerrings zu entkommen, wird er überwältigt und entführt. Jetzt muss Evan all sein Können aufbringen, um sich selbst zu befreien, bevor es zu spät ist …

Denn es gilt weiterhin sein 10. Gebot: Lasse niemals einen Unschuldigen sterben.

Gregg Hurwitz ist Drehbuchautor in Hollywood. Das merkt man beim Lesen auch. Zuletzt habe ich seinen Namen beim Film ‚The book of Henry‘ gelesen. Das Buch war vom Schreibstil her flüssig und gut zu lesen. Die Seiten flogen nur so an mir vorbei. Das gefiel mir gut. Zwischendrin war es dank der sehr detaillierten Beschreibungen von Waffen, IT-Abläufen, Kampfangriffen und Kampfszenen unglaublich langatmig und langweilig. Ab und zu hatte ich das Gefühl ein Drehbuch in der Hand zu halten und wartete regelrecht darauf, dass jemand plötzlich ‚cut!‘ schreit.

Unter diesen vielen detaillierten Beschreibungen litt ein bisschen die Atmosphäre. An sich war die Story spannend und auch rasant, wenn der Verlauf durch die Beschreibungen nicht immer in die Länge gezogen worden wäre. Das hat mich total gestört. Für einen Thriller war es mir nicht spannend genug, ich fieberte nicht auf die nächste Szene hin, da ich Angst hatte, dass sie wieder mit einer langen Lagebeschreibung anfing. Dies hat mir das Buch echt ein bisschen madig gemacht. Auch den Verlauf an sich hatte ich mir anders vorgestellt, der Part mit dem Mädchenhändlerring ist sehr klein gehalten – Evans Fluchtversuche nehmen fast das ganze Buch ein. Nach knapp 300 Seiten habe ich nach Erlösung gebettelt, für mich und für Evan. Der Rest der Story folgte dann Schlag auf Schlag – da hat Hurwitz für mich falsche Prioritäten gesetzt.

Dabei bin ich Feuer und Flamme für Evan Smoak! Anfangs dachte ich, er sei ein aalglatter super Ex-Agent, der alles kann und unverwundbar ist, denn so wirkte er die ersten Seiten. Eine tödliche und präzise Maschine. Ich wurde schnell eines Besseren belehrt und das machte ihn so sympathisch. Mir gefiel besonders der Humor, den er auch in brenzligen Situationen behielt. Auch gefiel mir, dass viele Rückblenden in seine Vergangenheit stattfanden. Das machte ihn menschlich. Mir stieß kein Nebencharakter sauer auf, teilweise habe ich mich über einige (auch, wenn sie nur eingeschoben wurden) wirklich gefreut. Sie zeigten Seiten an Evan, die man nicht vermuten würde. Die Gegenspieler waren wirklich abgrundtief böse, aber auch Evan war nicht zimperlich. Das gefiel mir richtig gut. Was Gregg Hurwitz mit der Atmosphäre vermasselt hat, machten die Charakter teilweise wieder gut.

Die Szenen im Buch waren teilweise sehr brutal und schmerzvoll. Die Abläufe sehr rasant, ein Wechselspiel zwischen Verzweiflung und Erlösung. Und dann kam immer wieder die Langatmigkeit. Es hätte so ein gutes Buch sein können, wären da nicht die etlichen – zu ausführlichen – Erklärungen gewesen. Ich muss gestehen, dass ich nicht weiß, wie gewisse Kicks und Schläge in einigen Kampfsportarten heißen – hätte es mich sonderlich interessiert, wie die Herren sich im Buch gegenseitig zermatschen, hätte ich Google nutzen müssen. Eine Kampfszene kann auch ohne ‚Fachbegriffe‘ gut umgesetzt werden. Da meinte Hurwitz es zu gut.
Ich will aber nicht immer darauf rumreiten, denn es gab auch viel Gutes im Buch. Mich haben einige Szenen erstaunt, deren Werdegang ich so nicht erwartet hätte und das machte den Verlauf natürlich sehr spannend. Dennoch war es für mich bei Weitem kein Thriller, dafür fehlte es einfach an Spannung. Und leider ereigneten sich diese Szenen auf zu kurzem Zeitraum im Buch.

Wer auf Action und eine Menge Blut steht, macht bei dem Buch nichts falsch. Ein bisschen Gefühl ist auch vorhanden – nicht im Sinne von Romantik 🙂 Gut zum Lesen zwischendurch. Keine Buch von unglaublich viel Inhalt, eher ein gewalttätiges Feuerwerk. Viel Lärm um nichts sozusagen. Dennoch lesbar!

Projekt Orphan – Gregg Hurwitz – Harper Collins Verlag – Broschiert – 14,99 € – 480 Seiten

review: Sieh mich an – Mareike Krügel

Hej,

nach langer Zeit gibt es endlich mal wieder einen Roman. Ich bin ja immer total im Krimi- und Thrillerfieber, dass ich mich ewig nur in diesem Genre bewegen könnte. Aber der Klappentext und die Leseprobe hatten mich total neugierig auf das Buch gemacht.

„Wie konnte ich glauben, dass so was wie ein normales Wochenende überhaupt möglich ist, wenn ich etwas weiß, was sie nicht wissen?“

Weil Katharina eine folgenreiche Entdeckung gemacht hat, ist für sie nichts mehr, wie es war. Trotzdem läuft ihr ganz alltäglicher Wahnsinn weiter. Doch wie lange soll sie ihr Geheimnis für sich behalten? Denn plötzlich steht einfach alles auf dem Spiel: ihre Ehe, die Familie, das ganze Leben.

Mir war bewusst, dass es sich bei dem Buch inhaltlich um Krebs drehen würde. Ich war komplett darauf vorbereitet, denn ‚Krebsbücher‘ verleiten meine Tränendrüsen immer zur Überproduktion. Ich war bestens vorbereitet und am Ende kam es ganz anders. Es war eine komplett andere Art über ein ‚Tabu-Thema‘ zu sprechen, als ich es bisher gewohnt war.

Protagonistin in diesem Roman von Mareike Krügel ist Katharina Theodoroulakis – alleine der Nachname stellte mich schon vor die erste Herausforderung 🙂 Katharina ist Mutter von zwei Kindern, Alex und Helli und Ehefrau ihres hart arbeitenden Mannes Costas. Katharina ist unglaublich witzig und charmant – hat Musik studiert und hängt nun in Kindergärten herum, um musikalische Früherziehung anzubieten. Bis zu dem Tag, als sie das ‚Etwas‘ in ihrer Brust fand, war alles soweit in Ordnung. Plötzlich steht ihr ganzes Leben Kopf. Sie begreift, was sie für ihre Familie ist und was ihre Familie ohne sie wäre. Aber eben nicht auf die traurige Art, sondern auf eine wundervolle Art – die jedem seine Besonderheiten zugesteht.
Mit Katharina ist Mareike Krügel ein toller Charakter gelungen. Durch ihr Musikstudium hat sie einen – für mich zu starken – Hang zur klassischen Musik, welcher im Buch relativ häufig Erwähnung findet. Ansonsten ist sie unglaublich schlagfertig, witzig und eine sehr taffe Frau. Mit Katharina kommt man in diesem Buch sehr eng in Berührung, da es aus ihrer Perspektive geschrieben ist. Der Schreibstil Krügels ist leicht und emotionsgeladen – jedes Wort ein Treffer.

Alex, Helli, Theo und Heinz (das schwule Paar von nebenan) und auch Killian (ein alter Jugendfreund) lernt man nur nebenbei kennen. Alle sehr sympathisch, auf ihrer jeweils eigene Art. Am Besten gefielen mir Theo und Heinz – allein ihre Story und die Erlebnisse mit ihnen in diesem kurzen Buch sind schon so viele Lacher wert. Alex, Kathas Sohn, war für mich sehr gesichtslos und aalglatt. Er kam auch nicht allzu vor, viel mehr Platz nahm Tochter Helli ein. Diagnostiziert mit ADHS und unberechenbar, bildete sie das Gegenteil zu ihrem Bruder. Immer war etwas mit ihr, immer sprengte sie den Rahmen. Auf der einen Seite sorgte sie für Unterhaltung, auf der anderen Seite strapazierte sie meine Nerven ganz schön. Killian, Kathas alter WG-Mitbewohner zur Studienzeit, brachte die Katharina ohne Kinder hervor. Leicht, witzig, gackernd – ohne ihn wäre die Geschichte langweilig gewesen, weil diese – sehr menschliche – Facette von Katharina gefehlt hätte. Es ist wunderbar, wie jeder Charakter im Buch eine andere Seite an ihr zum Vorschein bringt.

Irgendwann während des Lesens fiel mir auf – weil es erwähnt wurde – dass es sich bei dem Buch um einen einzigen Tag in Katharinas Leben handelt. Gespikt von vielen Rückblenden in verschiedene Abschnitte ihres Lebens – aber es ist nur ein verrückter Tag ihres Familienlebens, das gefiel mir sehr gut und das hatte ich so auch noch nie gelesen. Und dieser Tag war auch wirklich rasant: Auftritt und Flucht aus der Schule, Hetzjagd auf Pferden, Daumen im Vorgarten suchen, brennenden Trockner löschen, Ratten fangen bei Minusgraden und eine alkoholisierte Fahrt in die Hauptstadt. Alles an einem Tag – ein bisschen überspitzt, aber warum nicht.

 

Das Buch hatte keine gerahmte Umgebung, es war eher ein ‚Gefühlsbuch‘. Die Umgebung rückte eher in den Hintergrund. Zwischendrin merkte man immer mal, dass es sich um den Norden handelt – quasi ein bisschen Heimat. Aber ansonsten wanderte man durch Katharinas Gedanken- und Gefühlswelt, mit vielen kleinen Haltestellen.
Ich bin ehrlich: besonders genervt war ich von dem Beziehungsdrama zu Ehemann Costas. Es schwirrten so viele Probleme und Missverständnisse im Raum, die mit ein paar klärenden Worten aus der Welt geschafft werden könnten. Und der Nachrichtenaustausch der Beiden war für mich sehr kindisch. Beide schmollen und sind  nachtragend, bis zu einem gewissen Punkt, ab dem alles wieder in Ordnung war. Das konnte ich nicht nachvollziehen und diese Passagen haben mich wirklich gestört.

Im Endeffekt hat mir das Buch sehr gefallen, weil es eben kein klassisches ‚Krankheitsbuch‘ war. Es war witzig, einladend und vielleicht ging es dadurch auch einfach anders ans Herz. Helli und Costas strapazierten meine Nerven zwar und für die Beiden gibt es Minuspunkte, denn die passten für mich zwischendurch so gar nicht rein, oder verhielten sich teilweise zu stark in die Gegenrichtung von Katharina, dass sie immer wie eine Ablenkung auf Abruf wirkten. Dennoch würde ich es weiterempfehlen – weil es eine schöne Reise in die Gedanken und Gefühle einer Frau ist, die sich darauf vorbereitet eine der schlimmsten Krankheiten in ihr Leben und ihre Familie zu lassen. Eine Frau, die versucht ein Wochenende nochmal als normale Mutter zu erleben, von ihren Gefühlen jedoch überrollt wird und sie sich fragt, ob alles so ist, wie es sein soll oder ob sie es noch ändern kann. Dieses Buch offenbart einem, dass es völlig in Ordnung ist, man selbst zu sein und zu bleiben.

Und zum Cover: ihr kennt mich ja. Da ist ein Fuchs drauf! 🙂

Sieh mich an – Mareike Krügel – Piper Verlag – Hardcover  – 20,00 € – 256 Seiten

review: Das Scherbenhaus – Susanne Kliem

Hej.

Puh, endlich ist die letzte Präsenzphase des 5. Semesters um – somit auch die Prüfungen. Ich habe auch nicht mehr viel, was ich bis zum Ende des Semesters ausarbeiten muss und kann mich jetzt mit ein paar Büchern zurücklehnen. So konnte ich auch mal wieder einen Psychothriller lesen – hach, es ist einfach mein Lieblingsgenre.

Jedes Haus birgt Geheimnisse. Doch in diesem lauert der Tod.

Carla erhält seit Monaten anonyme Drohbriefe und wird von Angstattacken geplagt. Als sich die Chance ergibt, in ein hochmodernes Wohnhaus nach Berlin zu ziehen, freut sie sich auf den Neuanfang. In Ihrem perfekt abgesicherten Smart Home und der engen Hausgemeinschaft fühlt sie sich beschützt. Doch dann gibt es immer mehr alarmierende Vorfälle, und Carla ahnt, dass der Feind gar nicht von außen kommt. Er ist schon längst bei ihr …

Der Klappentext hat mich total neugierig gemacht, da es sehr viel Potenzial bietet, wenn ein Haus voller Technik involviert ist. Beim Lesen überraschte es mich sehr, dass das Buch einen Teil in meiner Heimatstadt Stade spielte. In Hamburg spielen ja viele Werke, aber in Stade – das war auf der einen Seite komisch, auf der anderen wusste ich sofort, wie die Umgebung aussah und fühlte mich heimisch. Heute wohne ich nur ein paar Kilometer von meiner Heimatstadt entfernt (die auch Erwähnung in dem Buch fand).

Ich muss gestehen, dass ich mit Carla überhaupt nicht warm geworden bin. Ich mag solche unsicheren, teils sehr naiven Charaktere nicht – natürlich darf sie verängstigt sein (sie wurde gestalkt, zwar nicht so extrem, wie man es nach dem Klappentext erwartete), aber sie bot keinen Nährboden für den kleinsten Funken Sympathie. Auch die Bewohner aus dem Haus ihrer Halbschwester fand ich alle furchtbar gekünstelt und unsympathisch – am Schlimmsten fand ich Milan Wagner. Dumm und platt. Jule wirkte sympathisch und kam mir immer als Einschub vor, damit man die Lust am Lesen nicht verlor. Jule hätte ich sehr gerne als Hauptcharakter gehabt 😀 Und Ellen … nun ja. Von der Guten konnte ich mir so gar kein Bild machen, weil sie so schnell wie sie auftauchte, auch wieder verschwand. Den einzigen, den ich halbwegs sympathisch fand, war Christian – aber leider auch erst auf den letzten 20 Seiten des Buches. Vorher verhielt er sich einfach furchtbar. Noch nie habe ich beim Lesen so oft mit den Augen gerollt und ein Buch beiseite gelegt.

Auch, wenn ich die Charaktere schwach fand, hatte Kliem ein gutes Gefühl für das Erschaffen der richtigen Atmosphäre. Es wirkte oft düster und bedrohlich, ohne das dies vieler Worte bedurfte. Ihre Beschreibungen waren präzise und zielgerichtet – aber ein aalglattes, perfektes Haus ist auch eine tolle Grundlage zum Unwohlfühlen 🙂 und ein altes, knarrendes Reetdachhaus auch 😀 Leider nutzte sie das Haus so gar nicht für ihre Geschichte. Es wurde zwar oft erwähnt, was alles technisch gesteuert wurde, aber im Endeffekt spielte dies für den Verlauf der Geschichte kaum eine Rolle. Leider – da steckte sehr viel Potenzial drin für eine Menge Nervenkitzel.

Alles in allem fand ich die Grundidee sehr gut, aber die Umsetzung gefiel mir nicht. Die Geschichte war mir zu langatmig, Carla war entweder zu ängstlich oder viel zu neugierig, sodass es nicht zu dem Charakter passte, den man für sie aufbaute. Und ihre Stärken gerieten durch ihre naiven Züge komplett in den Hintergrund. Irgendwann dachte man nur noch:“Oh, Carla …“ und wollte sie für ihre Naivität in den Arm nehmen. Alle anderen Charaktere aus dem Safe Haven reagierten immer unangemessen – auch mit der Auflösung am Ende kann ich mir viele Reaktionen nicht erklären oder nachvollziehen. Diese haben das Buch für mich nicht spannend gemacht, sondern auf Dauer genervt. Einzig und allein die Tatsache, dass mir nicht sofort klar war, wer hier der Bösewicht ist, hat mich das Buch beenden lassen. Einen weiteren Teil würde ich nicht lesen wollen.

Was mir noch sauer aufgestoßen ist, ist die Pressestimme auf dem Buchrücken. Ich bin kein Fan davon, aber ich mag es gar nicht, wenn darauf ein Loblied zu einem vorherigen Werk der Autoren steht. Das hat meine Erwartungen ziemlich hochgesteckt, diese wurden mit diesem Buch ganz schön enttäuscht. Leider.

Unter dem Genre Psychothriller würde ich das Buch nicht laufen lassen, da ich zu keinem Zeitpunkt beim Lesen dieses mulmige Gefühl hatte, was Thriller oft auslösen. Ich war regelrecht gelangweilt und wartete nur, dass endlich etwas Spannung aufkam. Das Potenzial war definitiv gegeben – dieses wurde von der Autorin durch die permanent komischen Verhaltensweisen der Charaktere allerdings gnadenlos niedergemäht. Als wäre zum Ende meine Langeweile der Geschichte gegenüber nicht schon groß genug gewesen, war das Ende auch noch unglaublich schlecht. Das war so ein typisches ARD-Tatort oder Spielfilm-Ende (und wenn es um sowas geht, stinken deutsche Filme gerne gegen bspw. amerikanische Filme ab – denn wir überspitzen es immer so und es wirkt alles so steif, unrealistisch und langweilig).

Ich kann dieses Buch weder empfehlen, noch nicht-empfehlen. Da muss sich jeder selbst ein Bild von machen.

Susanne Kliem – Das Scherbenhaus – carl’sbooks Verlag – Broschiert – 14,99 € – 332 Seiten

fitness: Bolero-Instantgetränke

Hej.

Wer mir bei Instagram folgt, der weiß, dass ich Anfang des Jahres mit Weight Watchers angefangen habe. Einerseits natürlich, weil ich mit meinem Gewicht und meinem Körper überhaupt nicht mehr zufrieden war und andererseits, weil ich wieder eine gesunde Einstellung zu meinem Essverhalten wollte. Ich hatte ja bereits das Programm von Sophia Thiel gemacht und es ist wirklich ein Programm ohne hungern – aber überhaupt nicht meins von den Rezepten her. Es ist mir zu aufwendig und zu ‚whey-lastig‘. Es war einfach nicht meins – und ruckzuck hatte ich am Ende die 3 Kilo zurück, die ich in einem halben Jahr abgenommen hatte … das war natürlich traurig.

Jetzt mit Weight Watchers habe ich mein Programm gefunden. Mit der Online-Version lässt sich alles scannen und in die App eintragen. Punkte zählen ist somit kein Problem und flott gemacht. Was es nicht gibt, lässt sich eintragen – auch Rezepte. Auch muss man auf nichts verzichten, man kann alles essen – jedoch halt in kleineren Mengen. Ich bin im Juni im 6. Monat von WW und habe bereits 11 kg verloren. Ich spüre, wie gut mir die Essensumstellung bekommt – nicht nur vom Gewicht her, sondern auch vom Lebensgefühl. Dadurch, dass einem die App anzeigt, wie viele Punkte die Lebensmittel haben, greife ich so selten zu Schokolade, Chips & Co. Das ist es mir nicht wert (und dass das alles nicht so gesund ist, ist uns ja eh allen klar). Dafür suche ich immer wieder Alternativen für Snacks und vor allem Getränke, denn die Zerogetränke kann ich alle nicht mehr sehen. Cola und Co. empfinde ich auch nicht als sonderlich gehaltvoll. Zumal es auch nicht viele Geschmacksrichtungen gibt.

Neben dem Pure Tea von Pfanner (0 Smartpoints) und ganz lecker, zumindest ‚Rote Früchte‘ und ‚Grüner Tee‘, habe ich auf Instagram die Lösung gefunden:

Bolero-Instantgetränkepulver!

Diese sind mir jetzt schon so oft über den Weg gelaufen, dass ich mir endlich mal die Onlinepräsenz angeschaut habe. Und ich war ganz erstaunt: Wenig Kalorien, kein Zucker (mit Stevia), riesen Auswahl (auch an Größen) und so preiswert. Die Entscheidung dies zu testen war schnell klar! Für ca. 16,79€ gab es ein Kennenlern-Probier-Paket mit 48 von 56 Sorten (19,60€ für das komplette Paket). Es wurde super schnell geliefert und ich konnte gestern schon ausgiebig testen 🙂 Das Ergebnis bis jetzt: OBERHAMMER!

Ich habe berry blend, lemon und honey melon (Wahnsinnsgeschmack) getestet und bin begeistert.

Die Päckchen umfassen um die 9g Getränkepulver und sind laut Anleitung in 1,5 Liter Wasser aufzulösen. Ich persönlich nutze 3 Liter pro Päckchen, denn sonst ist der Geschmack echt krass extrem. Und bei 3 Litern schmeckt man immer noch genug – wirklich. Das Tolle: ein Beutel kostet nur 0,35€. Das ist ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis! Mit meinen 48 Sorten für 16,79€ komme ich somit auf 144 Liter Getränk! Wahnsinn.

Neben der 12er Packung mit 9g für 4,19€, gibt es die Sticks auch in einer kleineren Variante: 12 Sticks je 3g (500 ml – 1 Liter) für 1,95€ – perfekt für unterwegs. Denn ich bin ehrlich, ich musste erstmal eine Kanne in der Küche finden, in die ich 3 Liter Wasser hinein bekam 😀 Natürlich gibt es auch 100g Beutel zur Selbstdosierung 🙂 Und das Allerbeste, für alle WW-Kämpfer:

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Ich hab gestern allein durch das Pulver über 2 Liter getrunken – ich trinke sehr gerne Wasser, aber zwischendurch brauche ich mal etwas mit Geschmack. Im Sommer kommt ins Wasser Zitrone und Früchte, aber im Winter mag ich das nicht. Oft bin ich auch im Zeitdruck (mieses Zeitmanagement) und habe keine Zeit zum Schnibbeln, da kommt einem so ein Pulver echt gelegen. Ich bin bis jetzt sehr angetan – honey melon kommt auf die ‚Nachkauf-Liste‘ und ich freue mich jetzt schon auf so viele Sorten. Ganz oben steht Waldmeister und Wassermelone, aber auch Guarana 🙂 So, jetzt muss ich aber eine Menge trinken gehen und falls ihr euch ein eigenes Bild machen wollt, schaut einfach auf der Website von Bolero vorbei 🙂

Schon gewusst?

  • Bolero-Drinks sind zuckerfrei.
  • Bolero-Drinks sind vegan.
  • Bolero-Drinks werden von Ernährungsberatern im Rahmen eines Diätplans empfohlen.
  • Bolero-Drinks können sowohl mit stillem als auch mit kohlensäurehaltigem Wasser angerührt werden.
  • Bolero-Drinks schmecken lecker und sind eine zuckerfreie Alternative zu herkömmlichen Limonaden.
  • Bolero-Drinks können Sie überall mitnehmen, da sie ein kleines Packmaß und ein minimales Gewicht haben.
  • Bolero-Drinks kosten in etwa so viel wie Sie für herkömmliche Getränke Pfand bezahlen.
  • Bolero-Drinks sind eine günstige Alternative zu herkömmlichen Getränken.
  • Bolero-Drinks sind einfach anzurichten und in einer riesigen Vielfalt erhältlich.
  • Bolero-Drinks sind vielseitig einsetzbar (Backen, Kochen, als Geschmackgeber für Joghurt oder Quark, für Wassereis).

Übrigens eignen sich die großen True fruits Smoothie Flaschen super, um das Getränk mit zur Arbeit der sonst wo mit hinzunehmen 🙂 Ich bin ja bekennender Glasflaschentrinker 😀