review: Murder Park – Jonas Winner

Hej,

ich hasse es mich in meiner Freizeit entscheiden zu müssen, ob ich für die Uni lerne, nähe oder was lese -.- Aber ich bekomme es jetzt hin, wieder jeden Abend im Bett zu lesen. Leider bin ich meist so müde, dass ich nach ein paar Seiten einschlafe. Aber ich habe es geschafft einen wunderbaren Thriller zu beenden.

Willkommen im Murder Park.

Zodiac Island vor der Ostküste der USA ist ein beliebter Freizeitpark – bis dort ein Serienmörder drei junge Frauen auf bestialische Weise tötet. 20 Jahre später: Die Insel soll zur Heimat werden für den Murder Park – eine Vergnügungsstätte, die mit unseren Ängsten spielt. Paul Greenblatt wird zusammen mit elf weiteren Personen auf die Insel geladen. Dann beginnen die Morde. Ein Killer ist auf der Insel … keiner kann dem anderen trauen … die nächste Fähre kommt erst in drei Tagen …

Ich war sofort Feuer und Flamme, als ich den Klappentext gelesen hatte. Ich liebe Krimis und Thriller und dieses Buch hat mich sofort angesprochen. Wie oft wurde ich von Thrillern schon enttäuscht – die waren meist nicht mehr als dramatische Krimis oder sowas in der Art. Aber ich geben diesem Genre immer wieder eine Chance, denn es muss ja auch gute Bücher geben. So auch hier! Der Schreibstil von Winner hat mich sofort gefesselt und in den Bann gezogen, sodass ich meine erste Pause erst nach Seite 100, die wie im Flug vergingen, machte 🙂 Die Beschreibungen waren detailliert, realistisch und logisch und wirkten nicht gekünstelt oder überspitzt, um etwas zu erschaffen, was nicht vorhanden ist. Vor allem die Morde glänzten durch Winners Detailverliebtheit. Was ich auf der einen Seite immer echt klasse fand, weil es dann nicht wie eingeschoben wirkt, auf der anderen Seite ist es auch manchmal ekelhaft, wie detailliert ein Opfer zugerichtet und beschrieben wird. Bei Murder Park war es angemessen und schauderte mich immer wieder.

Die Charaktere fand ich alle gelungen und das kommt bei mir selten vor. Ich wurde im Verlauf der Geschichte immer skeptischer und dachte mir während des Lesens und den Interaktionen untereinander: ‚Na, wenn du mal nicht was verheimlichst oder Dreck am Stecken hast‘. Am Intensivsten kam der Leser mit Paul Greenblatt in Kontakt, da die Gesichte aus seiner Sicht wahrgenommen wird und der Leser seine Gedanken teilt. Mit allen anderen wird der Kontakt nur durch Paul oder durch die Interviews, die der Psychiater Sheldon Lazarus mit jedem Teilnehmer führte aufgenommen. In den Interviews erfährt der Leser, dass jeder der die Insel betritt ein Päckchen mit sich zu tragen hat. Und diese sich stückweise entwickelnde Story hat etwas unglaublich anziehendes.

Passend dazu war der Aufbau der Geschichte. Denn der Psychiater Dr. Sheldon Lazarus hatte vier Wochen im Vorfeld mit allen Teilnehmern des Wochenendtrips ein Gespräch geführt, welche aufgezeichnet wurden. Zwischen den Geschehnissen auf der Insel wurde immer wieder ein Interview mit einem Teilnehmer zwischengeschoben. Die Gespräche waren ein Einblick in die Abgründe der Teilnehmer, schürten somit Vermutungen und machten skeptisch. Dieser Perspektivwechsel steigerte natürlich auch die Spannung und lenkte (gerade nach einem Interview-Part) meine Gedanken oft in eine andere Richtung.

Das Setting war natürlich auch wundervoll gewählt: eine Insel. Hinzu kommt noch, das dort mal ein Vergnügungspark betrieben wurde, auf dem ein Serienmörder drei Opfer tötete. Unheimlicher kann ein Ort kaum sein. Genährt mit Erinnerungen, die jeder Teilnehmer auf unterschiedliche Art mit diesem Ort hat. Winner schaffte es mit seinen Worten, dass ich mich auf der Insel kein Stück heimisch fühlte und ein unangenehmer Hauch im Nacken hing. Die Erklärung des Initiators/Käufer dieser Insel und dessen Erläuterung seines Vorhabens empfand ich am Anfang als etwas merkwürdig. Ein Abenteuerpark für Singles – eine Art Singlebörse mit Gruselkennlerneffekt. Das hat mich am Anfang verwirrt und das war auch der einzige Punkt, der mir nicht gefiel. Aber ich bin auch kein Fan von solch Singleveranstaltungen. Davon abgesehen hat mich der Verlauf der Geschichte total überzeugt!

Das Cover des Buches hat mich sofort angesprochen und spiegelt nicht nur die Story des Buches, sondern auch meine Gefühle bezüglich der Atmosphäre wieder. Düster.
Ein sehr gut gewähltes Motiv welches definitiv halten kann, was es zu versprechen scheint. Murder Park ist seit langem mal wieder ein richtiger Thriller – einer, der den Namen auch verdient. Ein grandioses Buch mit dem Gänsehauteffekt!

Murder Park hat mich von der ersten Seite an begeistert, angesteckt und mitfiebern lassen. Das Ende war für mich völlig überraschend. Ich war am Ende einfach nur noch verwirrt, fühlte mich ein bisschen wie Paul, weil sich alles, was ich glaubte zu wissen, auflöste. Ich stand mit ihm gemeinsam vor keiner Erklärung. Top! Für dieses Buch gibt es eine totale und vor allem unbedingte Leseempfehlung! Und ich denke, dass weitere Bücher von Jonas Winner nun bei mir einziehen müssen 🙂 Fast hätte ich das Hightlight des Buches vergessen 😀 : Ich nehme an, es sollte als Lesezeichen fungieren – die tollen nostalgischen Eintrittskarten für den ‚Murder Park‘. Grandios!

Murder Park – Jonas Winner – Heyne Verlag – Broschiert – 12,99 € – 416 Seiten

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