review: Christine Bernard. Der unsichtbare Feind – Michael E. Vieten

Hej.

Ich bin ehrlich, im Moment lasse ich mich liebend gern von allem Möglichen von der Uni ablenken, um dann alles auf den letzten Drücker zu erledigen 🙂 Schreckliche Angewohnheit. Aber ich habe auch privat total viel zu tun und immer nur lernen nervt auch. Da kam mir die Anfrage von Michael Vieten bezüglich seines neuen Buches wirklich gelegen. Auch wenn meine Ablenkung mit Büchern eher minimal ausfällt, da ich für die Uni so viel lesen muss. Dennoch schaffe ich es manchmal abends im Bett einen Roman zu lesen und merke, wie mich das entspannt.

Als das Buch bei mir ankam, gefiel mir das Cover auf Anhieb. Ich bin bekanntermaßen ja ein Krimi- und Thrillerfan, somit ist das natürlich total mein Genre. Besonders gefreut habe ich mich auf das Buch, da es um Cyberkriminalität geht, welche sich ja zunehmender Beliebtheit erfreut, eine ganz andere Art der Kriminalität ist und in unserer Zeit einen größeren Stellenwert einnimmt. Das Cover ist sehr düster und mysteriös, spiegelt somit das Thema sehr gut wieder.

Sind es Terroristen, die das Leben der jungen Trierer Kommissarin mit hinterhältigen Cyberattacken bedrohen? Oder steckt ein Geheimdienst dahinter? Christine Bernard erhält Polizeischutz. Plötzlich zieht das Landeskriminalamt die Ermittlungen an sich und sperrt ihre Ermittlungsakten. Computerspezialisten werden abgezogen. Beweismittel verschwinden. Wem kann Christine noch vertrauen? Wer ist dieser scheinbar übermächtige Gegner, und wo befindet er sich?

Christine Bernard als Protagonistin gefällt mir. Eine junge Ermittlerin, etwas kühl trotzdem sympathisch. Sie ist sehr clever und durch ihr junges Alter noch sehr impulsiv, das habe ich sehr genossen. Die meisten Romane haben ja oft alteingesessene Kommissare als Protagonisten, eine willkommene Abwechslung. Auch die Kollegen bei der Polizei waren sehr sympathisch. Keiner wirkte als Störenfried oder wurde zu sehr in den Vordergrund gedrängt.

Manchmal empfand ich die Gespräche innerhalb der Geschichte als steif und eingeschoben. Zum Beispiel Christines Gespräch im Hotel mit ihrem Kollegen Jörg über die Kinder vom Bruder ihrer Freundin. Sie sprach es an, ihr Kollege antwortete – im nächsten Satz gehen sie die Treppe zu den Zimmern hinauf. Das wirkte komisch und fehl am Platz. Auch einige Passagen im Verlauf wirkten wie kurz eingeschoben und ergaben im Nachhinein keinen Sinn für mich oder hatten einen Stellenwert für den Verlauf der Geschichte. Ganz besonders stark galt das dem Part, in dem Christiane versetzt wurde. Bis auf eine Dame, die immer mal wieder auftauchte (aber keine wichtigen Auftritte hatte), hörte man nichts mehr von diesem Teil. Leider war dieser kurze Teil im Vergleich mit dem restlichen Buch dann auch viel zu ereignisreich und lief zu reibungslos ab (nicht, dass sowas in der Polizeiarbeit nicht möglich wäre – um Gottes Willen :D).

Dennoch war die Story von Anfang an interessant. Sie begann gleich mit einem rasanten Einsatz, der weitreichende Konsequenzen mit sich zog, auf dessen die ganze Geschichte aufbaute. Alles in allem ist ‚Der unsichtbare Feind‘ mal ein Buch, in dem wirklich etwas passiert. Leider merkt man Christine das nach ein paar Seiten nicht mehr an – sie hatte eine Verletzung am Fuß und zwei Anschläge, mit diversen Verletzungen, überlebt und wirkte wie Superwoman. Der wirklich spannende Teil des Buches begann leider erst gegen Ende , als Christine Bernard von ihrem IT-Kollegen eine Menge Fachwissen über Cyberkriminalität erzählt bekam. Gerade in dem Bereich hätte es so viel mehr Potenzial gegeben (der Autor erwähnte ja viele Beispiele). Mir war das Leben der Ermittlerin nicht ‚geschädigt‘ genug durch diese Anschläge, da wäre noch einiges möglich gewesen.

„Alle Telefongesellschaften rüsten ihre Kunden gerade auf Voice-over-IP-Telefonie um. Dadurch wird es zum Kinderspiel, Gespräche abzuhören und den Datenverkehr zu kontrollieren.“ (Seite 187)

Trotzdem war es alles in allem ein gelungener Krimi, der das Thema Cyberkriminalität anschneidet und etwas behandelt. Leider kam mir die Atmosphäre des Umlandes zu kurz. Dieser Roman war seit langer Zeit mal wieder einer, der beim Lesen keinen Eindruck der Umgebung hinterließ. Das ist nicht zwingend schlecht und da sich der Roman in Deutschland abspielt, war es nicht schwer, sich die Umgebung vorzustellen. Die Atmosphäre litt darunter kein bisschen. Leser, die sich gerne in die Umgebung träumen, könnten hier jedoch nicht auf ihre Kosten kommen.

Definitiv eine Leseempfehlung!

 

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2 Kommentare zu „review: Christine Bernard. Der unsichtbare Feind – Michael E. Vieten

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