Je suis Anabel Schunke

Free Anabel Schunke – Punish the offender not the victim

Hej.

Anabel und ich kennen uns schon ein paar Jahre. Schon immer war sie literarisch auf einem sehr aktiven Weg und politisch auch sehr engagiert. Ich habe ihren politischen Wandel miterlebt und war immer sehr angetan davon, dass sie nicht zu den engstirnigen Menschen in der Politik gehörte, die nie einen Wechsel ihrer Sichtweise in Betracht zogen. Böse Kritiker behaupten heute gern, dass sie nur schaut, wo sie die besten Chancen für sich sieht … und wenn schon. Anabel möchte nicht akzeptieren, sondern verändern. Wenn es in der einen Partei nicht geht, warum nicht umschauen – sie schaut über den Tellerrand, das finde ich wundervoll.

Mir geht es hier aber nicht um eine Lobhudelei auf Anabel, sondern um das Thema Zensur. Ich bin politisch so gar nicht aktiv, weil das einfach kein großes Thema für mich ist. Was aber nicht heißt, dass ich mich nicht informiere. Anabel lieferte mir immer viele Informationen und anregende Diskussionen. Natürlich sind wir nicht immer einer Meinung, aber wer ist das schon. All dies fand immer über ihre private Facebook-Seite statt. Ich fand diesen Mix aus Politik und anderen privaten Dingen (Fotos von Shootings und ganz anderem alltäglichen Wahnsinn) immer gut. Mit wachsender Reichweite (über 2.000 Freunde und 15.000 Abonnenten), dank der Position als Autorin bei Tichy’s Einblick und diversen anderen Portalen, wurden auch die Diskussionen größer und auch die Kritik.

Kommentare unter Shootingbilder wie ‚Wozu brauchst du solche Bilder?‘ oder ‚Yammie.‘ wurden zum Standard. Aus vielen Kommentaren wird deutlich, dass man als politisch aktive Frau doch bitte nicht attraktiv zu sein hat. Aus den anderen wurde ersichtlich, dass man ein Objekt geworden war. Viele der ‚eindeutigen‘ Nachrichten an Anabel bekam man nicht zu Gesicht. Zwar äußerte sie sich immer mal wieder zu diesem Thema, es brachte aber nicht die gewünschte Reaktion. Viel mehr wurde sie von vielen kritisiert. Sie sei arrogant und überheblich. Egal ob sie sich zu der Kritik bezüglich ihres Aussehens in der Politik oder den privaten Nachrichten äußerte.

Darf man sich als Frau öffentlich nicht dazu äußern, wie man angeschrieben wird? Ich bekomme auch Nachrichten bei Facebook wo mir manchmal alles aus dem Gesicht fällt und ich mich frage, warum man eine fremde Person so anspricht? Ob derjenige seine Mutter mit dem Mund küsst, aus dem diese Worte kamen? Bin ich deshalb arrogant? Nur weil ich etwas schildere was täglich passiert?

Die Kommentare auf ihrer Facebookseite werden immer skurriler. Trotzdem macht sie sich die Mühe in Live-Diskussionen auf vieles, was ihre Abonnenten bewegt, einzugehen. Sie investiert Zeit und Herzblut. Und dies wurde ihr mal wieder von Facebook genommen.

NUN ZUM AUFREGER: Anabel veröffentlichte eine Nachricht, dessen Inhalt sie sehr eindeutig sexuell belästigte. Dafür wurde sie nun von Facebook für 30 Tage gesperrt! (Hier ist der Screenshot der Nachricht zu sehen). Eine Unverschämtheit. Die ersten Beiträge bzgl des Victim Blaimings ihrer Abonnenten sind schon auf ihrer Facebookseite online. Natürlich nutzen auch Kritiker jetzt vermehrt die Kommentarfunktion – da sie keine Gegenwehr fürchten. Aber Anabel hat eine feste Base, die sich nicht mit der Sperre zufrieden gibt und dagegen angeht. Facebook ist die Plattform auf der sie ihrer journalistischen Tätigkeit am schnellsten und besten nachgehen kann. Ihre Stimme – und sie wurde mundtot gemacht. Wie oft habe ich schon rassistische und gewaltverherrlichende Beiträge gemeldet und bekam zur Antwort:

[…] es verstoße nicht gegen die Facebook-Richtlinien.“

Gegen die vielleicht nicht, aber ein Kommentar a la ‚du gehörst vergewaltigt und liegengelassen‚ (aktuelles Zitat auf YouTube, aber in diversen Facebook-Posts auch schon gesehen) sehe ich nicht als menschenfreundlich an. Wird ein schwanzgesteuerter Idiot entlarvt, dann ist das ein Drama – wird einem der Tod gewünscht ist das vollkommen okay. Ich verstehe das System dahinter nicht und bin zutiefst enttäuscht von so wenig Mithilfe und Unterstützung.

Anabel musste dieses Jahr schon einmal eine 3-tägige und eine 7-tägige Sperre erdulden. Eine davon aufgrund einer Burka-Kritik. Das zeigt schon wie lächerlich Facebook reagiert.

Nun meldet sie sich über ihren YouTube-Channel zu Wort – auch hat sich der Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel Anabel angenommen. Auf seiner Facebook-Seite ‚Sperrung durch FB – Wall of Shame‚ zeigt er sehr erfolgreich, wie wirr die Facebook-Zensur in Deutschland vonstatten geht.

Ich wünsche Anabel ganz viel Glück, dass sie schnell ihre Tätigkeiten wieder aufnehmen kann. Wir lassen uns nicht mundtot machen!!

 

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