Der Federmann – Max Bentow

Hej.

Ich habe eine Fuchsobsession – eine sehr große. Es sind einfach so schöne Tiere. In Verbindung mit dieser Obsession fallen mir natürlich Buchcover mit diesem Motiv auf. Und so kam es, dass ich ‚Das Hexenmädchen‚ von Max Bentow gelesen habe. Das war Coverliebe auf den ersten Blick. Ich fand das Buch super und hatte mir prompt über Rebuy die vorherigen Teile zugelegt und jetzt vor Kurzem auch ‚Das Dornenkind‚, weil ich bei Thalia schon sein neues Buch ‚Der Traummacher‚ entdeckt habe. Ich habe ein totales Händchen dafür, mitten in einer Reihe zu beginnen.

Ich bin bei Krimis und Thrillern immer wieder erstaut oder eher besorgt, auf was für kranke Ideen Autoren kommen können, ihre fiktiven Opfer zu töten und wie hier, zu arrangieren. Da tun sind schon manchmal Abgründe der menschlichen Psyche auf. Teilweise haben mich die detaillierten Schilderungen der Opfer wirklich unglaublich angewidert. Ich bekomme dann ja immer so ein Phantomkribbeln in den beschriebenen Körperteilen. Und Blut und ich stehen ja eh auf dem Kriegsfuß, dennoch ist das mein Lieblingsgenre. Es obliegt ja meiner Phantasie mir das Ganze oberflächlich oder total detailliert vorzustellen, manchmal kann ich meine Vorstellungen minimieren. Endlich rasant, endlich spannend – ein Wettlauf gegen die Zeit.


Bentows Schreibstil ist flüssig und frisch. Ich liebe die verschiedenen Perspektiven. Das finde ich auch in anderen Büchern wie bei Viveca Sten und Hakan Nesser immer wieder toll. Ich bekomme nie das Gefühl etwas zu verpassen. Ich bin immer dabei. ‚Der Federmann‚ war auch ein besonders spannendes Buch, ich konnte gar nicht so schnell lesen, wie ich den Fortgang wissen wollte. Am Ende war die Spannung für mich unerträglich und ich hab so mit Nils Trojan mitgefiebert. Endlich mal ein Buch mit durchgehender Spannung. Und vor allem, endlich mal wieder ein Buch, dessen Ausgang mich wirklich überrascht hat. Über so viele Ecken hätte ich nie gedacht.

Charaktere wie Nils Trojan finde ich wundervoll. Keine weltrettenden Superhelden, sondern bodenständige Menschen mit Fehlern und Ängsten. Keine übertriebenen Makel und kein komplett verkorkster Charakter, sondern ein Glaubwürdiger. Gescheiterte Ehe, pubertierende Tochter und Ängste, die er aus seinem beruflichen Alltag mit sich herum trägt. Menschlich macht ihn vor allem die Tatsache, dass er zu einer Psychologin geht um seine Ängste aufzuarbeiten. Ich finde diesen Charakter gelungen und fand nur gegen Ende des Buches, dass Trojan ein bisschen zu ’supermanlastig‘ war. Das war mir dann doch ein bisschen zu klischeehaft.
Jana Michels kennenzulernen war komisch, da ich sie aus dem vierten Band ja schon kannte. Sie war stehts bemüht, die Psychologin zu sein. Ich bin ehrlich und mag diese Rollen nicht. Immer dieses ‚Wie geht es Ihnen?‘ und ‚Haben Sie Angst?“, aber sie hat ihre Rolle seriös und glaubhaft verkörpert.
Ein bisschen eingeschoben wirkte für mich Trojans Tochter Emily. Sie erschien und wurde relativ schnell, aufgrund der Ermittlungen, wieder abgeschoben. Das fand ich traurig, denn so lernte man sie nicht richtig kennen. Sie wirkte auch immer sehr erwachsen und gefasst. Mal schauen, wie es so in den anderen Büchern wird.

Typisches Berlinfeeling stellte sich beim Lesen ein – wenn man denn schon mal dort war. Flippig, hip, aber auch altmodisch und bodenständig. Einzig und allein Trojans Fahrradfahrten quer durch Berlin konnte ich von der Entfernung nicht nachvollziehen. Kam mir immer super schnell vor.
Mich wunderte auch, dass trotz der grausamen Morde niemand etwas mitbekommen hat. Gerade in Wohnhäusern in denen man dicht an dicht wohnt. Vielleicht liegt das auch an der Anonymität in Großstädten, aber mitbekommen hat kaum jemand etwas.
Gegen Ende wurde es rasant und es ging von einem Schauplatz zum Nächsten. Ich fieberte so sehr mit Nils Trojan mit und war jedes mal enttäuscht, wenn er es war. Die Atmosphäre war teilweise bedrückend, ich traute mich kaum zu atmen. Ich muss gestehen, dass mich die Katze sogar ein-, zweimal erschreckt hat, wenn ich vor lauter Spannung in das Buch vertieft war.

Die Cover der Reihe finde ich klasse. Sie passen alle zusammen und es sieht echt schön im Regal aus. Mich nervt nur, das bei Rebuy für den Federmann ‚Page&Turner‘ als Verlag stand und ich fest mit der broschierten Ausgabe gerechnet hatte. Nun hab ich das Taschenbuch aus dem Goldmann Verlag, welches natürlich ein bisschen kleiner ist, als die anderen Bücher. Argh, das stört mich. Aber vllt. finde ich noch einmal eine broschierte Ausgabe. Mit dem neuen Buch in meiner Trojan-Reihe dem Dornenkind, kam ein drittes Format hinzu – jetzt habe ich kapituliert und aufgegeben, dass alle Bücher dieser Reihe die gleiche Größe haben. Leckt mich doch 😀

Endlich mal wieder ein spannendes Buch! Einziger Kritikpunkt war für mich, dass es zum Ende hin leider ein bisschen zu hollywoodmäßig wurde. Bin schon auf die anderen Bücher gespannt.

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